Unterwegs // on the road

The lost hills of Keno City

Hallo, Freunde verlassener Minenstädte!

Na nicht so ganz verlassen liegt Keno da, am Ende des sogenannten Silver Trails, das Ende der Straße denn nach Keno kommt tatsächlich nichts mehr. Nur noch Wald und Berge und das ganze in kilometerweiter Ausführung.

Der Weg führt ab Stuart Crossing 114 KM über Mayo nach Keno, ich dachte Mayo sei total spannend aber die enthusiastisch befragte Nancy aus dem Visitor Centre meinte Sonntags hätte alles zu und als ich fragte was denn Montags aufhätte meinte sie, auch eigentlich nix. Also haben wir uns nur schnell ein Eis im Supermarkt geholt und sind eine Runde durch den Ort gefahren.

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Keno (3)Mayo hat circa 450 Einwohner, aber so richtig was los ist dann auch wieder nicht. Wieder einmal frage ich mich, was die Menschen hier so machen. 5 Autostunden von Dawson und 6 von Whitehorse entfernt.

Wir machen uns also auf nach Keno und sind sehr gespannt – der erste Halt lautet Elsa und ist eine für die Öffentlichkeit gesperrte Mine. Wir ignorieren die Schilder und fahren einfach mal rein aber anscheinend gab es jede Menge versteckte Kameras so dass wir sehr bald aufgehalten werden und herunter gebeten werden – schade, jetzt waren wir ja erst richtig neugierig. Also lungern wir eine Weile am Eingangsschild zu Keno (dass komischerweise 20 Kilometer vor Keno steht) herum und versuchen herauszufinden ob die Leute da wohnen oder abends abhauen.

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Hinter diesen Bäumen liegt Elsa – die verbotene Stadt 😀 Ich bin das erste Mal im Yukon nicht auf First Nation Territory sondern auf Privatgrund vieler Firmen deren Namen ich noch nie gehört habe die aber ihr Glück für Galenit, Pyrit und Silber oder Gold immer noch probieren wollen.

Eine endlose Schotterpiste zwingt uns zu 60 km/h, es zieht sich endlos und dann sind wir plötzlich mittendrin, in Keno City – der Stadt am Ende der Straße.

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120 Menschen leben hier im Sommer und 12 im Winter – als Silberstadt gebaut war dies mal ein florierender Ort, auch heute leben hier noch Minenarbeiter oder Enthusaiasten, alle Menschen wirken freundlich, entspannt – es gibt keine Polizei in Keno, es macht jeder was er will und es wirkt als sei damit jeder zufrieden.

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Keno (15)Wohin man schaut, Individualität kennt keine Grenzen in Keno – the secret gem of the Yukon.

Es gibt 2.5 Bars und eine Pizzeria, ein Hotel, ein Motel, ein Schulbus in dem man schlafen kann sowie einen Campingplatz der nichts kostet und super Outhäuser sowie Feuerholz zu bieten hat.

Der Keno Community Club besteht aus der Hälfte der Bevölkerung und kümmert sich zum Beispiel um die Community Showers, das Museum und die Bücherei.

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Für einen total fairen Preis von 3 Dollar pro Person dürfen wir hier duschen. Wäre es sehr kalt gewesen hätten wir uns sogar in der Bücherei aufwärmen dürfen, auch wenn dort Schilder darum baten, dass man nicht über Nacht bleibt, ich glaube es hätte niemand kontrolliert und wir hätten sogar Strom gehabt.Keno (9)

 

Die Bücherei befindet sich in einer alten Kirche. Ich war sofort verliebt! Büchereien, alte Häuser, alte Kirchen. Freiheit. Ich liebe es. Ich konnte auch gar nicht mehr aufhören die ganze Zeit vor mich hin zu grinsen so schön war alles. Als wir dann noch stapelweise alte National Geographic gefunden haben war einfach alles irgendwie perfekt.

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Wieder einer dieser magischen Orte, an denen die Zeit still steht.

Eine der Hauptattraktionen sollte der Signpost sein, ein Wegweiser hoch in den Keno Hills. Ich hatte Bilder gesehen und war nicht so scharf drauf, aber nun waren wir da, wir hatten einen 4×4 und die Sonne war noch lange da – also machten wir uns auf.

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Was soll ich bei den Bilder schon großartig sagen, der Signpost an sich war sicher nicht das Schönste 🙂 Wir waren begeistert, schraubten uns kaum sichtbare Wege immer tiefer in und über die Hills und entdeckten die Überbleibsel vieler vor uns. Biertrinkend in die Ferne schauend, über Land und Menschen philosophierend oder gemeinsam staunend. Kann man Sonnenuntergänge schöner und besser verbringen?

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Auf unserem Trip fanden wir viele verlassene Cabins, einmal haben wir ein Stachelschweinpärchen entdeckt und versucht sie aus der Cabin zu vertreiben damit wir reinkönnen. Das ging leider nach hinten los, denn sie liefen genau in einen Mineneingang den wir auch hätten angucken wollen. Dann saß ein Schwein in der Cabin und eins in der Mine und wir 20 Minuten davor und haben gewartet 😀

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Der Stachelschwein-Mineneingang

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Viele Minenschächte sind zugefroren, leider habe ich das fotografisch nicht so festhalten können – aber man läuft einfach vor einen dichten Block Eis. Gespenstisch.

Nach unserem vielstündigen Ausflug in den Hills fuhren wir in unser Camp und verbrachten eine ziemlich ruhige Nacht. Am nächsten Morgen wollten wir es uns mal richtig gut gehen lassen und frühstücken gehen – und zwar in diesem feinen Lokal / Kneipe / Bar / Meeting Point.

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Im Keno Hotel wurden wir begrüßt, fragten nach Frühstück und bekamen zur Antwort es gäbe full breakfast oder cereal breakfast. Da entschieden wir uns natürlich für das full breakfast und konnten weder über Qualität noch Preis meckern. Eine ganze Weile saßen wir danach vor der Cabin und haben das Dorftreiben beobachtet. So richtig weg wollten wir nicht, also entschieden wir uns doch noch einmal in eine andere Richtung zu fahren und die Ursprünge der ersten Cabins in Keno zu entdecken.

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Gefunden! Ich könnte noch 200 weitere Bilder posten, aber das kommt leider alles nicht so nahe an dem Gefühl was wir mitten im Busch hatten.

Zum Abschluss schauten wir uns noch das ziemlich gut ausgebaute und sehr liebevoll gepflegte Museum an das eine großartige Geschichte der Stadt und der Minen darstellt.

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Keno City, ein unglaubliches Juwel und jeder der Richtung Dawson fährt und diesen Umweg nicht einplant, der ist eindeutig selber Schuld – genauso haben wir es dann den beiden Mitreisenden die noch „in Dawson chillen“ (*hint hint hint Hauke ;)) verkauft. Das ist für Dich, lieber Hauke – ich hoffe Du kannst so einen Eindruck in den tollen Keno-Ausflug erhalten 🙂

Keno war mein letzter großer Trip auf dieser Reise – in den nächsten Wochen will ich noch einige Lücken erzählerich führen und natürlich auch ein Fazit verfassen, ich frage mich nur ob es so richtig eins gibt oder ob ich einfach alle diese Gefühle weiternehme und weitermache – weil ich ja auch immer gesagt habe, ich laufe nicht weg, ich laufe weiter.

Thanks, Keno – we had a blast! Much love.

Bis bald – Mojo

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