Unterwegs // on the road

The last free place on Earth. Slab City.

Erdlinge. Hippies. Menschen.

„Der letzte, freie Ort“ so nennt man Slab City. Einer von diesen Orten von denen ich vor einigen Jahren mal auf Vice gelesen habe und die mir seitdem im Kopf herumgingen. Einer der Orte für die sich der große USA Roadtrip lohnt, weil hier zwar viel Glitzer Glitzer ist, aber Paris Hilton ganz weit weg. Und der nächste Burger King sowieso.

Welcome to the great, wide open. Slab City.

Salvation Mountain (54)

Slab City liegt gar nicht so weit weg von Los Angeles in der Sonora-Wüste. Tja, warum nur sollte man hierhin fahren? Ganz einfach. Weil es einer der coolsten Orte ever ist! Kurz vor den Toren der „Stadt“ findet man zum Beispiel Salvation Mountain über den ich ja bereits berichtet habe, das ist also alles eine Region – ich bin aber der Meinung Slab City hat einen eigenen Artikel verdient.

Amerika ist voll. Mit Menschen. Schlecht bezahlten Jobs und Trailerparks. Ich war auf vielen Campingplätzen die Dauercamper tolerieren, das sind häufig keine Arbeitslosen sondern Handwerker, Bauarbeiter, Krankenschwestern. Menschen die nur einen Job haben und im schönen, gebügeltem Amerika der großen Städte immer seltener mitmachen können.

Es gibt immer noch einige Gebiete in den Staaten die jedermann gehören und wo jeder sein darf, und dazu gehört eben Slab City, Menschen kamen in Trailern, Autos, auf dem Fahrrad. Und sie blieben. Ohne fließendes Wasser, ohne Strom. Sie bauten Straßen, eine Gesellschaft, Behausungen, Kneipen und alles was man zum Leben braucht wenn es nicht so wichtig ist wann man auf der Arbeit ist weil es auch egal ist wenn man nämlich keine hat. Niemand vertreibt sie, niemand stört sie. Hier hat man seine Ruhe und kann machen was man will.

Es gibt keine Polizei (schon wieder), keinen Arzt, keine Geschäfte – der nächste Ort ist Niland, ein marodes Örtchen das sicher einmal bessere Tage erlebt hat. Als ich in Niland herumlaufe und Leute frage was hier passiert ist bekomme ich immer nur ausweichende Antworten.

Niland

Es hätte mal gebrannt, eine neue Straße wurde gebaut, die Bahnstrecke wurde nicht mehr befahren. Und so fielen die Geschäfte weg, die Leute zogen woanders hin und die Stadt ist sehr, sehr leer.

Salvation Mountain (78)

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Im Laundromat sehe ich noch Schilder die die einzelnen Waschmaschinen nach und nach als defekt ausweisen. Jetzt ist alles zu. Es gibt noch ein Motel, welches leider voll ist. Eine Tankstelle und ein Geschäft. Und eine Art Diner der ein paar Stunden pro Woche aufzuhaben scheint. Ansonsten hält man hier an, kauft eine kalte Cola und fährt wieder in den Wüstenwind, auf der Suche nach der Freiheit die der Ort verspricht.

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Und dann schlägt mein Herz so schnell, ich bin da wo ich seit vielen Jahren hinwollte – mittendrin. Alles ist echt.

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Slab City3

Amerika ist dieses große Land mit so viel Widersprüchlichkeit und ich finde Schönheit wo andere die Nase rümpfen, aber genau hier, an diesem Ort an dem zahnlose Dauerkiffer oberkörperfrei an Alien-Empfängern schrauben, wildhaarigen Aussteiger ohne BH ein Wüsten-Derby auf die Beine stellen oder jede Nacht die Sterne neu malen, hier ist alles ziemlich echt und hält der „schönen, neuen Welt“ den Spiegel vor.

Wer kann, sollte hinfahren. Wirklich. Hier hast Du mal frei von den endlosen, langweiligen Palmenalleen, den Malls, den Hipster-Beaches, McDonaldsWendysKFCs die einem in Kalifornien zuhauf über den Weg laufen.

Slab City2

Was es mit den beiden, kleinen Häusschen auf sich hat habe ich übrigens nicht so ganz verstanden. Sie waren innen drinnen auch bemalt und ich denke man kann sich da vielleicht unterstellen wenn man in die Stadt trampen will und es draussen zu heiß ist. Oder dann doch mal regnet, vielleicht?

Slab City

Übernachtet haben wir hier nicht, meine Mitreisenden waren leider nicht davon überzeugt. Wir sind dann etwa 30 KM ausserhalb von Niland in ein RV Resort gefahren was mit Mineral-Pools geworben hat und ich muss sagen, nachts die Sterne des Wüstenhimmels anzusehen und dabei in einem 43 Grad warmen Brom-Whirlpool zu blubbern war auch kein schlechter Ausgang dieses wundervollen Abenteuertages.

Ach ja! Never stop exploring! Keep it up – Mojo

Salvation Mountain (77)

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