Nachgedacht & Aufgeschrieben // thoughts written down

Wie man kündigt. Noch 61 Tage.

Wenn man einmal eine Stelle bekommen hat die sowohl unbefristet ist als auch ein internationales Umfeld mit Reisen und auch ein gutes Gehalt sogar mit 3% year over year Steigerung bietet – dann ist es gar nicht so einfach zu kündigen bzw. bewirkt in den meisten Fällen auch ein „Was?! Ich wünschte ich hätte so einen Job“.

Aber, wie fragte schon Jean Penn, wieviel wiegt Glück? Eines Tages werde ich nicht mehr wissen wie schwer Last wiegt und leicht Glück sich anfühlt also muss ich mich jetzt dazu bringen.

Jeeedenfalls (puh, das war ja ein langer Einstieg): ICH HABE MEINE ARBEIT GEKÜNDIGT.

Ich bin einfach reingegangen, in das Chef-Büro und habe gesagt: Es sind gute Dinge passiert, es sind nicht so gute Dinge passiert. Ich kündige. Damit habe ich Chef auf einem völlig unvorbereitetem Fuss erwischt! Am Dienstag darf ich es jedenfalls offiziell bekannt geben.

Auf der Liste der Dinge die ich kündigen muss steht mein Job lustigerweise ziemlich weit hinten. In meinem Arbeitsvertrag wird Bezug auf die „gesetzlichen Bestimmungen“ genommen. Diese sehen in Deutschland eine 4 wöchige Kündigungsfrist zum 15. oder zum Monatsende vor. Obacht! Diese Frist verlängert sich durch Firmenzugehörigkeit auf Seite des ArbeitGEBERS. D.h. zu gunsten des Arbeitnehmers. So hat man nach 5 Jahren 2 Monate Kündigungsfrist, das verlängert sich mit den Jahren. Meine Personalabteilung war der Meinung man würde meine Kündigung gnädigerweise zu Ende April entgegen nehmen da man mir nicht im Wege stehen wollen würde.

Jetzt habe ich allerdings noch mal recherchiert und herausgefunden, dass sich die Fristverlängerung nicht für den Arbeitnehmer ergibt wenn es nicht ausdrücklich so im Arbeitsvertrag steht. Das werde ich natürlich, pflichtschuldig wie ich bin, am Montag noch einmal anmerken. Ist doch lieb von mir, dann können sie die künftigen Verträge anpassen wenn sie das möchten.

Ich sage es gerne immer wieder, das deutsche Arbeitsgesetz ist ein ArbeitnehmerSCHUTZgesetz. Wenn man einmal einen unbefristeten Vertrag bekommen hat ist es von AG Seite sehr schwer diesen grundlos aufzulösen.

Aber, das sind ja nun alles Dinge die mich erstmal nicht mehr so berühren. Ich bereite eine feine Collage toller Bilder aus den vergangenen Jahren bei der Firma vor und überlege welchen Kuchen ich zum Abschied backe.

Die Sonne scheint. Vaya con Dios füllt mein Wohnzimmer und meinen Kopf mit Blues. Noch ein Kaffee, noch einmal zurücklehnen und mir durch den Kopf gehen lassen was ich gerade getan habe.

4 thoughts on “Wie man kündigt. Noch 61 Tage.

  1. Hallo Miss Mojo,

    ich finde, dass ist ein sehr mutiger Schritt – vor allem, wann man es so gut hatte wie Du.

    Ich stehe vor der selben Entscheidung, wobei mir meine Angst mehr im Weg steht als alles andere.

    Ich finde es toll, dass Du das machst, was Dich glücklich machen wird.

    Lg Davina

    • Hallo, liebe Davina!

      Vielen Dank. Ich hab in der Vergangenheit immer wieder gelernt, dass „Angst“ häufig nur so lange da ist bis man einen konkreten Plan hat und ihn verfolgt, dann spricht man plötzlich von Planung und die Angst hat keinen Platz mehr.

      Liebe Grüße zurück🙂

      • Naja, der Plan ist da – aber sagen wir, die Vergangenheit hat mich einiges gelehrt, weswegen ich zuviel Angst vor den Konsequenzen habe, die bei einer „Fehlentscheidung“ ohne Backup passieren können/werden.

        Sonst wäre ich schon längst in Schottland und würde da leben ^^

        Ich weiß, mein kleiner Feigling in mir ruiniert mir alles ^^

        Lg Davina

      • Verstehe. Also ein gutes Back-Up ist immer wichtig. Habe ich auch. Also so ein bisschen – ich sage es mal so, wenn ich falle, dann relativ weich. Aus meiner Sicht, andere würden da schon sagen „ohje ohje, das ist doch nicht weich fallen“. Schottland klingt aber auch sehr schön, leider war ich erst einmal da!

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